Digitale iPad App vs. Analoge Zeitung: Printmedien im Umbruch

Die Prognosen für die langfristige Entwicklung des Marktes für Printmedien sind alles andere als gut. Im Kampf um Verkaufszahlen und Werbekunden werden Verlage immer öfter von Online-Medien abgehängt. Selbst Discounter wie Aldi haben ihr Anzeigevolumen in Tageszeitungen drastisch reduziert und der Markt für Geschäftsanzeigen brach um 11,4 Prozent ein.

Zugleich drängen neue Akteure wie Facebook und Google auf den Markt für Werbung und das Anzeigevolumen in Online-Medien wächst unaufhaltsam weiter. Aber auch der Markt für Berichterstattung erfährt Konkurrenz durch Internetmedien. Der Vorstoß der Öffentlich-Rechtlichen, größere Schwerpunkte im Bereich Online-Dienstleistungen zu setzen, versetzte die Verlegerlandschaft in Aufruhr.

Eines steht fest: Die Medienlandschaft befindet sich im Umbruch. Vor allem jüngere und umsatzstarke Zielgruppen greifen deutlich seltener zu Printmedien und ziehen digitale Alternativen vor. Dies kann die Marktstellung von Verlagshäusern ins Wanken bringen – Muss es aber nicht. Denn gerade Printmedien können sich die Vorteile des Internets zu Nutze machen und mit hochwertigen Inhalten auch digital punkten.

Insbesondere Lokalzeitungen bieten ihren Lesern unverwechselbare Informationen über die Region und haben hierdurch ein Alleinstellungsmerkmal. Schließlich können sich Printmedien mit Innovation und Kreativität einen modernen Anstrich geben und neue Kunden für sich gewinnen. Rund 52% der Internetnutzer lesen regelmäßig online Zeitung. Bei fehlendem Online-Angebot bleibt dieses Wachstumspotential jedoch ungenutzt.

Unterschiedliche Zeitungen nutzen dabei vielfältige Geschäftsmodelle. Bewährt hat sich dabei eine Mischung aus Bezahl- und Gratisinhalten. Online-Werbung kann dabei zusätzlich zur Finanzierung beitragen. Unter den Bezahlinhalten sind die Zeitungs-Apps fürs Smartphone und den Tablet-PC besonders beliebt. Zeitungsleser können derzeit aus 40 Angeboten fürs iPhone und 60 Apps fürs Smartphone wählen.

Selbst die Öffentlich-Rechtlichen möchten ihr Image mit der geplanten Tagesschau-App auf den neuesten Stand bringen. Das Vorhaben stößt bei Verlagen auf Kritik. Diese sehen die eigene Marktposition gefährdet, wenn sie sich der Konkurrenz einer staatlich finanzierten Nachrichten-App stellen müssten. Doch dies ist bei weitem nicht der einzige juristische Streitpunkt. Google muss sich mit einem Kartellverfahren auseinandersetzen. Der Vorwurf: Eigene Seiten werden von dem Suchmaschinenmonopolisten bei Suchergebnissen bevorzugt genannt. Das Urteil steht noch aus.

Derzeit werden nicht nur juristisch, sondern auch ganz praktisch die Weichen für die Medienlandschaft 2.0 gestellt. Viele große Zeitungen bieten bereits eine eigene App an. Darunter auch Focus Online, stern.de und die Bild Zeitung. Die hitzig geführten Debatten rund um Online-Medien bestätigen, dass der Markt für Online-Inhalte von den Marktführern bereits lange schon als das erkannt wurde, was er ist: Die Zukunft.

Haben Sie Fragen zum Thema App Entwicklung und Programmierung für iPhone, iPad, Android oder Facebook in Hamburg?