Jetzt auch APPs auf Rezept!

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn c BMG Schinkel

Dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen aktuell nur schleppend vorwärts kommt ist keine Neuigkeit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bringt nun mit dem Digitale Versorgung Gesetz (DVG) Bewegung in den Prozess.

Mit dem „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ will er Änderungen etwa hinsichtlich der elektronischen Patientenakte oder des Online Arztbesuchs durch Video-Sprechstunde einführen.

Darüberhinaus ist besonders die Kostenübernahme von digitalen Gesundheitsanwendungen seitens der Krankenkassen ein Kernthema. Dadurch soll es Anbietern digitaler Gesundheitslösungen ermöglicht werden, einen einfacheren und schnelleren Zugang zur Regelversorgung zu erhalten.  

Die „App auf Rezept“ weckt das Interesse vieler Versicherten. Laut §33a des Digitale Versorgung Gesetz (DVG) können sie zukünftig, unabhängig davon in welcher Krankenkasse sie versichert sind, digitale Medizinprodukte wie z.B. Apps nutzen und bekommen diese erstattet.

Gemeint sind in diesem Kontext Anwendungen, die Erkrankungen erkennen, überwachen, heilen oder lindern können. Tracking zur Überwachung des Blutzuckerspiegels von Diabetikern oder Medikamentenreminder zur regelmäßigen Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente sind typische Anwendungen.

Die Gesundheits-App als Kassenleistung

Ein neues Verfahren bietet  Anbietern von Medizinprodukten mit niedrigen Risikoklassen, d.h. der Klassen I und IIa, die Möglichkeit ihr Produkt in die Regelversorgung zu übergeben.

Die anfängliche Vermutung, dass der Gemeinsame Bundesausschuss ein Verfahren zur Prüfung der digitalen Gesundheitsanwendungen begleitet, hat sich nicht bestätigt. Es ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM, das künftig das Zulassungsverfahren durchführt.

Im Rahmen eines dreimonatigen Prozesses durch das BfArM erhoffen sich auch Start-ups eine zügige Platzierung auf dem Markt. Voraussetzung für die Aufnahme in dasVerzeichnis erstattungsfähiger digitaler Gesundheitsanwendungen“ sind Anforderungen an Sicherheit, Qualität sowie Funktionalität. Als weiter Anforderung wird der Nachweis positiver Versorgungseffekte genannt.

Auch Anbieter, deren Anwendung noch nicht wissenschaftlich untersucht wurde und dadurch keine Evidenz nachweisbar ist, erhalten die Chance auf Marktzugang. Innerhalb des ersten Jahres nach der „vorläufigen“ Aufnahme in das Verzeichnis müssen sie positive Effekte nachweisen können.

Der Bundesverband Internetmedizin und das Institut für Qualität und Regulation digitaler Medizin unterstützen Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen bei diesem Zertifizierungsprozess.

Versicherte erhalten Zugriff zu den gelisteten Anwendungen wenn sie bspw. eine App vom behandelnden Arzt verschrieben bekommen oder eine Freigabe der Krankenkasse erfolgt. 

Bereits zum Jahreswechsel soll das DVG in Kraft treten.

Haben Sie Fragen zu digitalen Anwendungen im Gesundheitsmarkt? Dann mailen Sie an Matthias Steffen.

Foto: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn © BMG/Schinkel

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