Kennen Sie das Periodensystem der Künstlichen Intelligenz?

Das Periodensystem als Entscheidungshilfe – In welchem Bereich wollen Sie KI einsetzen?

Spracherkennung, Bilderkennung oder Datenidentifikation – welches Einsatzgebiet für Künstliche Intelligenz ist in Ihrem Unternehmen denkbar?

Eine Hilfestellung bietet das Periodensystem der KI, das von Bitkom entwickelt worden ist.

Kennen Sie das Periodensystem der Elemente? Für Naturwissenschaftler bietet dieses einen strukturierten Überblick über Atome und Moleküle und unterstützt sie dabei, komplexe Verbindungen zu verstehen.

Welches sind die KI-Elemente?

Ein Projektteam des Bitkom e.V. hat sich mit einem solchen Periodensystem auseinandergesetzt und es auf den Bereich der Künstlichen Intelligenz übertragen. Angelehnt an das allseits bekannte Periodensystem aus der Chemie werden im Periodensystem der Künstlichen Intelligenz einzelne Teilbereiche der KI als Elemente dargestellt. Das Ziel ist es, Einsatzbereiche zu definieren sowie Chancen und Risiken der KI zu verdeutlichen. Damit erhalten Entscheider in Unternehmen einen Überblick.

Insgesamt werden 28 Elemente im Periodensystem der KI in Form von Kacheln abgebildet. Es ist unterteilt in die drei Gruppen Assess, Infer und Respond. Durch unterschiedliche Farben werden die Gruppen voneinander differenziert, sodass eine übersichtliche Darstellung entsteht.

Nehmen wir als Beispiel das Element mit der Abkürzung „Fr“. Dabei handelt es sich um die „Face Recognition“ als ein Element der KI. Die zugehörige Kurzbeschreibung lautet: „Das Erkennen von Gesichtern und emotionalen Zuständen in Bildern oder Videosignalen.“ Wird eine detaillierte Beschreibung zum spezifischen KI-Element benötigt, versteckt sich diese hinter den einzelnen Kacheln.

Die Entscheidungsgrundlage für den Einsatz von KI

Steht ein Unternehmen vor der Frage, ob und in welcher Form KI in den eigenen Prozessen eingesetzt werden soll, empfiehlt sich ein Blick auf das Periodensystem. Entscheider können sich so vorinformieren und Chancen für den Einsatz von KI erkennen. Das Periodensystem ist also als Leitfaden zu verstehen.

Sprechen Sie uns gern an, wenn Sie Interesse am Einsatz von KI in Ihrem Unternehmen haben. Sprechen Sie mit Frau Dr. Reimers-Kipping von FUSE-AI: sabrina.reimers-kipping@fuse-ai.de

Quelle: https://periodensystem-ki.de/Mit-Legosteinen-die-Kuenstliche-Intelligenz-bauen 

VIRTUAL REALITY IN DER DEMENZ-DIAGNOSE 

Unter Demenz leiden weltweit 46,8 Mio. Menschen. Laut einer Prognose von Statista (1) werden im Jahr 2050 ca. 131,5 Mio. Menschen betroffen sein.

Durch rechtzeitige Prävention lassen sich die Auswirkungen der Demenz jedoch reduzieren und die Symptome lindern. Entscheidend dafür ist, dass die Diagnose im Frühstadium gestellt wird.
Bei der Frühdiagnostik von Demenz spielt Virtual Reality eine immer größere Rolle.

Die üblichen, mit Stift und Papier durchgeführten medizinischen Tests decken nicht jede Einschränkung des Patienten auf. Sie zeigen beispielsweise nicht, ob eine eingeschränkte Orientierung vorliegt. Außerdem lassen sich erste Anzeichen der Erkrankung mit anderen Methoden bereits weitaus früher erkennen. Aus diesem Grund werden außerhalb von klassischen medizinischen Diagnosemethoden aktuell auch digitale Anwendungen – etwa der Virtual Reality – erprobt.

Virtual Reality in der medizinischen Demenzforschung 

Anwendungen der virtuellen Realität werden schon jetzt in der medizinischen Demenzforschung erfolgreich angewandt. Dies bestätigt u.a. eine aktuelle Studie der Cambridge University, die im Journal „Brain“ im Juni veröffentlicht wurde.(2) Leichte kognitive Einschränkungen konnten mittels der Analyse der Orientierungsschwierigkeiten in einem virtuellen Umfeld ermittelt werden.

Auf diesem Gebiet bereits erprobt ist das VR-Spiel „Sea Hero Quest“. Es wurde 2016 vom Game-Studio Glitchers in Kooperation mit mehreren europäischen Universitäten sowie mit Unterstützung der Telekom Deutschland entwickelt, um die erfassten Daten für die Demenz-Forschung einzusetzen. Auf Basis der zuvor bestehenden mobilen Version des Spiels entstand die Virtual Reality Version. 

Beim Spiel wird die Problematik der Orientierungslosigkeit im Frühstadium der Demenz aufgegriffen. Spieler haben die Möglichkeit eine Route auf einer virtuellen Karte anzusehen und sich im Anschluss ohne Karte zum Zielpunkt zu bewegen. Dabei wird die räumliche Orientierung der Spieler analysiert. Während Probanden mit leichten kognitiven Einschränkungen Probleme bei der Navigation durch das Spiel hatten, konnten gesunde Probanden das Ziel problemlos erreichen. Es werden während des Spiels diverse Daten ermittelt, wodurch Rückschluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit gezogen werden kann. 

Das Spiel „Sea Hero Quest VR“ ist aktuell die umfangreichste Studie im Bereich der Erforschung von Demenz.

Mehr und präzisere Daten durch Virtual Reality

Durch die Funktion der Virtual Reality erhalten Wissenschaftler bis zu 15-mal präzisere Daten.(3)Deutlich positive Effekte zeigen sich auch im Hinblick auf die zeitliche Effizienz der Datensammlung. In derselben Zeitspanne lassen sich deutlich mehr und zugleich präzisere Daten sammeln. Lediglich zwei Minuten Spielzeit ermöglichen es die gleiche Menge an Daten zu sammeln, die normalerweise bei fünf Stunden Labordiagnostik generiert werden. 

Die Speicherung dieser höchst sensiblen Patientendaten wird anonymisiert und in deutschen Rechenzentren der T-Systems vorgenommen. 

Erste Studien liefern bereits aussagekräftige Daten. Deren Signifikanz kann noch gesteigert werden, wenn weiteren Erhebungen folgen. Durch die Zusammenarbeit großer etablierter Forschungseinrichtungen werden zukünftig bedeutende Fortschritte auf dem Gebiet der Diagnostik von Demenz mit Anwendungen virtueller Realität erzielt werden.

(1)

https://de.statista.com/themen/2032/demenzerkrankungen-weltweit/

(2)

Studie „Differentiation of mild cognitive impairment using an entorhinal cortex-based test of virtual reality navigation“ der Cambridge University https://academic.oup.com/brain/article/142/6/1751/5497752  und https://medicalxpress.com/news/2019-05-virtual-reality-problems-early-alzheimer.amp?xing_share=news 

(3)

 https://www.hcm-magazin.de/virtual-reality-spiel-unterstuetzt-weltweit-erstmalig-demenzforschung/150/25760/357550 und https://www.seaheroquest.com/site/de/why-play-sea-hero

JETZT AUCH APPS AUF REZEPT!


Dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen aktuell nur schleppend vorwärts kommt ist keine Neuigkeit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bringt nun mit dem Digitale Versorgung Gesetz (DVG) Bewegung in den Prozess.

Mit dem „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ will er Änderungen etwa hinsichtlich der elektronischen Patientenakte oder des Online Arztbesuchs durch Video-Sprechstunde einführen.

Darüberhinaus ist besonders die Kostenübernahme von digitalen Gesundheitsanwendungen seitens der Krankenkassen ein Kernthema. Dadurch soll es Anbietern digitaler Gesundheitslösungen ermöglicht werden, einen einfacheren und schnelleren Zugang zur Regelversorgung zu erhalten.  

Die „App auf Rezept“ weckt das Interesse vieler Versicherten. Laut §33a des Digitale Versorgung Gesetz (DVG) können sie zukünftig, unabhängig davon in welcher Krankenkasse sie versichert sind, digitale Medizinprodukte wie z.B. Apps nutzen und bekommen diese erstattet.

Gemeint sind in diesem Kontext Anwendungen, die Erkrankungen erkennen, überwachen, heilen oder lindern können. Tracking zur Überwachung des Blutzuckerspiegels von Diabetikern oder Medikamentenreminder zur regelmäßigen Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente sind typische Anwendungen.

Die Gesundheits-App als Kassenleistung

Ein neues Verfahren bietet  Anbietern von Medizinprodukten mit niedrigen Risikoklassen, d.h. der Klassen I und IIa, die Möglichkeit ihr Produkt in die Regelversorgung zu übergeben.

Die anfängliche Vermutung, dass der Gemeinsame Bundesausschuss ein Verfahren zur Prüfung der digitalen Gesundheitsanwendungen begleitet, hat sich nicht bestätigt. Es ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM, das künftig das Zulassungsverfahren durchführt.

Im Rahmen eines dreimonatigen Prozesses durch das BfArM erhoffen sich auch Start-ups eine zügige Platzierung auf dem Markt. Voraussetzung für die Aufnahme in dasVerzeichnis erstattungsfähiger digitaler Gesundheitsanwendungen“ sind Anforderungen an Sicherheit, Qualität sowie Funktionalität. Als weiter Anforderung wird der Nachweis positiver Versorgungseffekte genannt.

Auch Anbieter, deren Anwendung noch nicht wissenschaftlich untersucht wurde und dadurch keine Evidenz nachweisbar ist, erhalten die Chance auf Marktzugang. Innerhalb des ersten Jahres nach der „vorläufigen“ Aufnahme in das Verzeichnis müssen sie positive Effekte nachweisen können.

Der Bundesverband Internetmedizin und das Institut für Qualität und Regulation digitaler Medizin unterstützen Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen bei diesem Zertifizierungsprozess.

Versicherte erhalten Zugriff zu den gelisteten Anwendungen wenn sie bspw. eine App vom behandelnden Arzt verschrieben bekommen oder eine Freigabe der Krankenkasse erfolgt. 

Bereits zum Jahreswechsel soll das DVG in Kraft treten.

Haben Sie Fragen zu digitalen Anwendungen im Gesundheitsmarkt? Dann mailen Sie an Matthias Steffen.

Foto: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn © BMG/Schinkel