„Always on“ praktizieren 15 Millionen Deutsche

In Deutschland sind 49 Prozent der Smartphone-Besitzer immer mit dem Internet verbunden. Die Unterscheidung von „online“ und „offline“ tritt für sie in den Hintergrund.
Dem Nutzungsmuster und der Nutzergruppe mit dem Charaktermerkmal „always on“ – immer und überall online gehören viele Startups und Webfirmen und auch eine Reihe von Trends und digitalen Entwicklungen an. Aussagekräftige Zahlen zu der Größe des Kreises des Anwendertypus gab es bisher nicht. Nun gibt eine repräsentative Untersuchung von TNS Auskunft darüber.

Always on sind 49 Prozent der Smartphone-Nutzer

Smartphone-Nutzer in Deutschland ab 14 Jahren wurden befragt. Das Prädikat „always on“ erfordert ein mobiles Internetzugangsgerät. Daher sind nur Besitzer eines Smartphones dazu in der Lage always on zu praktizieren. Laut TNS verwenden 49 Prozent der Studienteilnehmer ihr Smartphone immer und überall, um ins Internet zu gehen. 31 Millionen Bürger besitzen laut comScore ein Smartphone. Das heißt, dass gut 15 Millionen Deutsche oder etwas mehr als 18 Prozent der Bevölkerung mittlerweile ein Surfverhalten an den Tag legen, dass den Stempel “always on“ verdient.
Speziell für ambitionierte Mobile-Startups im Social- und Location-Segment liefert es ein Indiz dafür, wie groß ihre maximale Zielgruppe hierzulande momentan ist. Voraussetzung für die meisten derartigen Services ist eine konstante mobile Internetverbindung und dass die Anwender ihr mobiles Gerät nicht phasenweise verwenden, abschalten oder WLAN und 3G/LTE regelmäßig deaktivieren

Verschwinden von „Reale Welt“ und „Cyberspace“

Es handelt sich auch um eine interessante Statistik aus netzphilosophischer Sicht. Voraussetzung für always on ist eine Abkehr von der immer wieder gerne konstruierten Entscheidung zwischen „realer Welt“ und „Cyberspace“. Diese Differenzierung wird gerne von älteren Semestern und leidenschaftlichen Webkritikern angewendet, um die vermeintlich dem Austausch im „echten Leben“ unterlegene Interaktion und Kommunikation im digitalen raum abzuwerten, machen die ganz jungen Nutzer keinen Unterschied mehr zwischen online und offline. Der Prozess des „ins Internet gehen“ existiert für sie nicht mehr. Über diesen selbstverständlichen Dauerzustand denken viele nicht weiter nach. Analog dazu wie wir elektrischen Strom verwenden.
Die mentale Grenze zwischen online und offline wird nicht bei jedem „always on“ Anwenderkomplett verschwunden sein. Dorthin dürfte aber sukzessive jeder 24 Stunden am Tag mit dem Web verbundene Mensch gelangen. Die logische Folge ist dies aus einem über längeren Zeitraum anhaltenden Zustand stetiger Connectivity: aktive, aber auch passive Nutzung z.B. durch Push-Nachrichten, Location Empfehlungen oder gestreamter Musik.

Smartphones werden vor allem von zu Hause verwendet

Laut TNS-Infratest-Untersuchung sind iPhone-Besitzer häufiger always on als Nutzer anderer Smartphones. 60 Prozent der Social Networker praktizieren mit Smartphones always on und bei 20-29-Jährigen sind 67 Prozent dauerhaft mit dem Netz verbunden. An folgenden Orten nutzen die meisten Smartphone-Besitzer ihr Gerät: zu Hause, im Auto als Beifahrer und im Restaurant/ Café. In den eigenen vier Wänden setzen 94 Prozent der iPhone-Nutzer und 90 Prozent der Android-Nutzer ihr Smartphone ein. Der Begriff „mobile“ beschreibt eher den Typ der Hardware und nicht den Ort der Verwendung und ist somit nicht gleichzusetzen mit „unterwegs“.

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